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Schlafmangel kann zu Übergewicht und Diabetes führen


Wer einer hohen Stressbelastung ausgesetzt ist leidet häufig auch unter Schlafmangel. Es entsteht ein Teufelskreis, der zu ernsthaften Erkrankungen führen kann. Dauerhafter Schlafmangel bedeutet ein erhöhtes Risiko für Übergewicht, Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck.

Die Ergebnisse großer Beobachtungsstudien, wie etwa der US-amerikanischen Nurses Health Study, zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Gewichtszunahme. Solche Untersuchungen können zwar sehr gut aufzeigen, dass manche Phänomene oft gleichzeitig auftreten. Warum das so ist, lässt sich aufgrund der dort gesammelten Daten aber nicht beantworten (1).

Schlafmangel und Schlafrhythmus

Frau liegt im Bett und kann nicht schlafenDass Schlafmangel den Stoffwechsel negativ beeinflussen kann, konnte aber in kleineren experimentellen Studien gezeigt werden. Nach wenigen Nächten mit nur je vier Stunden Schlaf bauten Versuchspersonen erhöhte Blutzuckermengen deutlich langsamer ab. Ihre Insulin-Antwort war klar gestört. Auch ein wechselnder Schlafrhythmus, so die Studien, beeinflusst den Blutzucker-Stoffwechsel negativ. Bei Schlafmangel verbraucht der Körper im Ruhezustand weniger Kalorien als gewöhnlich. Auch die Bauchspeicheldrüse schaltet einen Gang zurück. Epidemiologische Studien belegen ebenfalls, dass Menschen mehr essen, beziehungsweise mehr Kalorien aufnehmen, wenn sie sehr wenig schlafen.

Dass Schlafmangel zudem die Entstehung von Zivilisationskrankheiten wie Diabetes begünstigt, konnten amerikanische Wissenschaftler in einem Experiment eindrucksvoll zeigen (2). Die Forscher hatten die Schlaf- und Wachzeiten von Versuchsteilnehmern über sechs Wochen gezielt beeinflusst. Sie legten fest, wie viel und wann die Probanden schliefen. Zudem bestimmten die Forscher, was die Studienteilnehmer zu essen bekamen.

In den ersten Tagen durften die Versuchsteilnehmer etwa zehn Stunden pro Nacht schlafen. In den folgenden drei Wochen wurden die Schlafzeiten – zu unterschiedlichen Tageszeiten – auf 5,6 Stunden pro 24 Stunden reduziert.

Ruhezeiten einhalten

Der Schlafmangel und die unregelmäßigen Ruhezeiten führten dazu, dass der Ruheumsatz des Stoffwechsels zurückging. Die Probanden verbrauchten im Ruhezustand weniger Kalorien als gewöhnlich. Die Stoffwechselleistung war so stark reduziert, dass die Probanden auf ein Jahr gerechnet fast sechs Kilogramm zugenommen hätten.
Zudem wurde bei den Probanden nach einer Mahlzeit ein höher Blutzuckergehalt gemessen. Bei einigen Versuchsteilnehmern erreichte der Blutzucker Werte, die als kennzeichnend für einen so genannten Prädiabetes gelten, eine Vorstufe der Zuckerkrankheit.

Die vom Schlafmangel und dem gestörten Schlafrhythmus hervorgerufenen Risikofaktoren, verschwanden jedoch wieder, nachdem die Probanden neun Tage regelmäßig und ausreichend geschlafen hatten.

Fazit

Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Schlafmangel die Entstehung von Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht und Diabetes begünstigen kann. Neben Sport, einer ausgewogenen Ernährung und Stressmanagement könnte ausreichender Nachtschlaf eine wichtige Säule im Rahmen der Übergewichtsvermeidung sein. Ausreichender und regelmäßiger Schlaf ist wichtig für die Gesundheit und die beste Zeit zum Schlafen ist nachts.

 

 

Schlafmangel kann die Entstehung von Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht und Diabetes begünstigen.

Foto: aletia2011 – Fotolia.com

Quellen:
1. Sebastian M Schmid, Manfred Hallschmid, Bernd Schultes. The metabolic burden of sleep loss. The Lancet Diabetes & Endocrinology, Early Online Publication, 25 March 2014
doi:10.1016/S2213-8587(14)70012-9

2. O. M. Buxton, S. W. Cain, S. P. O’Connor, J. H. Porter, J. F. Duffy, W. Wang, C. A. Czeisler, S. A. Shea, Adverse Metabolic Consequences in Humans of Prolonged Sleep Restriction Combined with Circadian Disruption. Sci. Transl. Med. 4, 129ra43 (2012).
http://stm.sciencemag.org/content/4/129/129ra43.abstract