Was führt zu Schlafstörungen?

Schlafstörungen können viele verschiedene Ursachen haben.
Man unterscheidet grundsätzlich drei Arten: Schlafstörungen infolge seelischer, körperlicher oder äußerer Ursachen.

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Seelische Ursachen:

Bei den meisten Betroffenen sind Stress und Unruhe am Tag die Ursachen für die Schlafprobleme in der Nacht. Auslöser sind häufig Leistungs- und Zeitdruck im Beruf oder die doppelte Belastung durch Beruf und Familie. Unbewältigte Konflikte, Mobbing am Arbeitsplatz und Streit in der Familie oder mit dem Partner können in einen regelrechten „Grübelzwang“ münden. Man wird kribbelig und wälzt sich schlaflos im Bett oder schläft unruhig und wacht immer wieder auf. Auch finanzielle Sorgen oder Sorgen um die Gesundheit nahestehender Menschen sind nicht selten Auslöser für schlechten Schlaf. Die Sorge, nicht genug Schlaf zu bekommen und dadurch nicht genug Kraft für das Tagespensum zu haben, erschwert das Einschlafen noch zusätzlich. Wem es so geht, der weiß: Am nächsten Morgen fällt das Aufstehen schwer, wie gerädert steigt man aus dem Bett, kommt nur schwer in Gang und ist den ganzen Tag über noch gereizter und dünnhäutig als zuvor.

Äußere Ursachen:

Verschiede Faktoren beeinflussen die biologische innere Uhr. Dieser innere Rhythmus ist der Taktgeber für  physiologische und biochemische Prozesse im Körper, beispielsweise die Körpertemperatur, den Stoffwechsel, das Schmerzempfinden und die Leistungsfähigkeit. Äußere Zeitgeber wie das Licht synchronisieren diese innere Uhr mit dem Wechsel von Tag und Nacht. 

Vor allem Arbeitsbedingungen wie Schichtarbeit mit wechselnden Schlafzeiten – etwa Tätigkeiten in Krankenhäusern, bei der Polizei, der Feuerwehr, im Flugbetrieb, in Call-Centern oder in der Gastronomie – oder häufige Auslandsreisen mit Zeitverschiebungen können eine Verschiebung der inneren Uhr auslösen und damit zu Schlafproblemen führen.

Manche Menschen reagieren auch auf die Zeitumstellungen im Frühjahr und im Herbst mit Schlafstörungen. 
Auf Reisen, sei es im Urlaub oder auf Geschäftsreisen, kommt dann noch der Effekt der ungewohnten Umgebung und des fremden Hotelzimmers dazu, der viele Menschen unruhig macht und schlecht schlafen lässt. Oft ist es in den Zimmern auch zu warm oder sie lassen sich schlecht lüften. Kühl (optimal sind 18 Grad) und mit frischer Luft schläft man am besten.

Besonders störend für einen erholsamen Schlaf ist Lärm, denn die Ohren nehmen auch im Schlaf Geräusche wahr und leiten sie an das Gehirn zur Verarbeitung weiter. Gerade Straßenlärm, dem man häufig nicht entgehen kann, beeinträchtigt das Ein- und Durchschlafen oft erheblich.

Auch was wir am Abend essen und trinken, kann die Schlafqualität beeinflussen. Mag das Steak mit Bratkartoffeln noch so lecker sein, es liegt einfach schwer im Magen, belastet die Verdauung und ist einem erholsamen Schlaf nicht förderlich. Kaffee und koffeinhaltige Getränke können ebenfalls Schlafräuber sein. Wein oder Bier machen zwar zunächst müde, Alkohol verändert aber vor allem in der zweiten Nachthälfte die Schlafphasen und verhindert so einen erholsamen Schlaf.

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Körperliche Ursachen:

Auch körperliche Erkrankungen können dazu führen, nachts nicht einschlafen oder durchschlafen zu können, z.B. Erkrankungen der Schilddrüse, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Zuckerkrankheit, Nierenerkrankungen (oft verbunden mit häufigem nächtlichen Harndrang), Schmerzen oder die Parkinson-Krankheit. Auch seelische Erkrankungen wie Depressionen können die Ursache für gestörten Schlaf sein.

Weitere mögliche Ursachen von Schlafstörungen

Hormonelle Einflüsse in den Wechseljahren oder in der Schwangerschaft

Missbrauch von Schlafmitteln: Vor allem die längerfristige Einnahme chemischer Schafmittel erzeugt einen Gewöhnungseffekt und führt zu einer Störung der Schlafphasen.

Nebenwirkungen von Medikamenten wie Betablocker gegen Bluthochdruck oder Mittel gegen Asthma

Prüfungsangst / Lampenfieber

Überreizung durch zu langes Fernsehen oder aufregende Sendungen

Verspannungen

Streitgespräche in der Familie am Abend

Intensiver Sport am Abend: Sportliche Aktivitäten erhöhen das Stresshormon Cortisol mit der Folge, dass man dann nicht ausreichend entspannen kann, um gut in den Schlaf zu finden.

Zu schweres oder zu spätes Essen am Abend

Genuss von Alkohol oder koffeinhaltigen Getränken: Alkohol erleichtert zwar das Einschlafen, bringt aber den Schlafrhythmus durcheinander. Nach Alkoholgenuss wacht man in der zweiten Nachthälfte häufiger auf. Vor allem die Traumphasen (die sogenannten REM-Phasen) werden durch Alkohol gestört. Außerdem verstärkt Alkohol das Schnarchen in der Nacht.

Schlechte Matratzen

Psychische Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen oder Essstörungen

Schlafapnoe – nächtliche Atemaussetzer von mindestens 10 Sekunden

Körperliche Erkrankungen – Herz- und Kreislauf-, Magen-Darm-Erkrankungen, Nierenkrankheiten und Prostataleiden mit häufigem nächtlichen Harndrang, Neurodermitis mit nächtlich verstärkt auftretenden Juckreizattacken.

Restless-Legs-Syndrom – unangenehme Missempfindungen in den Beinen, die vor allem abends und beim Einschlafen auftreten und verbunden sind mit dem Drang, die betroffenen Gließmaßen zu bewegen

Parasomnie ‐ Verhaltensweisen wie Schlafwandeln, Zähneknirschen oder Sprechen und Schreien während des Schlafes

Schlafprobleme nicht auf die leichte Schulter nehmen

Die wichtigste Maßnahme ist, die Ursachen für die eigene Schlafstörung zu erkennen. Machen Sie sich die Auslöser und damit die entstehenden Probleme bewusst. Erst dann können Sie gezielt gegen Ihre individuellen Schlafstörungen vorgehen. 
Lesen Sie unter Behandlung, wie Sie längerfristig gezielt gegen Stress und damit verbundene Schlafstörungen vorgehen können.