Was kann man tun gegen zu viel Stress?


Ob Stress ungesund wird, ist zunächst einmal eine Frage der persönlichen Bewertung, der Stressdauer und der Stärke. Je häufiger, intensiver und anhaltender der Stress, desto größer ist das Risiko, dass er uns krank macht. Wer häufig Stresssituationen ausgesetzt ist, benötigt effektive Methoden zur Stressbewältigung.
Das persönliche Stresserleben kann auf drei Ebenen bekämpft werden. Zum einen können wir die stressauslösenden Faktoren reduzieren oder ausschalten, indem wir beispielsweise Arbeitsabläufe umorganisieren oder delegieren.

Stichworte wie Work-Life-Balance, Entschleunigung und betriebliche Gesundheitsförderung sind längst nicht mehr nur hohle Phrasen, sondern erklärtes Ziel vieler Menschen und Unternehmen. Doch das ist oft leichter gesagt als getan, denn wer in der Alltagsmühle wie in einem Hamsterrad rennt, muss das Innehalten erst wieder lernen. Dafür ist es hilfreich sich bewusst zu machen, welche Situationen konkret Stress bei uns auslösen und wie stark wir darauf reagieren. 
Empfohlen wird das Führen eines Stresstagebuchs. Schreiben Sie Zumindest eine Zeitlang auf, wenn Sie etwas gestresst hat und wie Sie darauf reagiert haben. Durch das regelmäßige Aufschreiben der Dinge, die uns den Tag verderben, werden wir uns darüber klar, was uns das Leben schwer macht, und können durch die Auswertung unseres „Stresstests“ Stress vermeiden und abbauen.

Tipps zur Stressvermeidung
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Zum anderen können wir aber auch unsere persönlichen Einstellungen und Bewertungen ändern. Mehr innere Distanz zu den alltäglichen Aufgaben aufbauen, den eigenen perfektionistischen Leistungsanspruch hinterfragen und die eigene Leistungsgrenze akzeptieren.

Achtsam im Hier und Jetzt

Zur Prävention bzw. Linderung körperlicher und seelischer Stressfolgen schließlich eignen sich neben Sport auch unterschiedliche Entspannungsmethoden.

Wege zum Stressabbau

Stressbewältigung kann man trainieren

Um Stress zu vermeiden, spielen zwei Strategien eine wichtige Rolle. Zum einen sind das Maßnahmen, die darauf abzielen, den Stress zu bewältigen: beispielsweise die Arbeitsabläufe anzupassen, sich mit dem Konfliktpartner – sei es ein Kollege, der Vorgesetzte oder ein Familienmitglied – auszusprechen oder einen Außenstehenden zur Vermittlung und Hilfestellung heranzuziehen.

Häufig jedoch können wir gegen die Stresssituation an sich nichts tun. Doch wir können unsere Reaktion darauf beeinflussen. Deshalb lautet die zweite Strategie, unsere Einstellung zu verändern, gezielt durch Entspannung, Ablenkung oder Neubewertung mit der Stresssituation klarzukommen, sie zu meistern.

So wie man das Immunsystem gegen Krankheitserreger fit machen kann, so kann man auch eine größere Widerstandskraft gegen Stress erlernen. Mediziner sprechen hier von Resilienz. Unter Resilienz versteht man die Fähigkeit, negative Situationen, Krisen und Rückschläge zu meistern und auch negativen Erfahrungen einen Sinn zu geben. So werden Selbstheilungskräfte mobilisiert und man kann der nächsten stressigen Situation mit der Gewissheit an die eigene Selbstwirksamkeit begegnen.

Resilienz: die „Steh-auf-Männchen-Kompetenz"