Resilienz: die „Steh-auf-Männchen-Kompetenz"

Wenn wir schwierige Lebenssituationen eher als Herausforderung akzeptieren und weniger als Bedrohung wahrnehmen, müssen Stressfaktoren nicht zwingend zu Stressymptomen führen.  
Die Grundhaltung der „Steh-auf-Männchen-Kompetenz“ ist das Vertrauen darauf, dass die Aufgaben im Leben einen Sinn haben (Sinnhaftigkeit), dass sie sich bewältigen lassen (Handhabbarkeit) und dass sie einer Struktur folgen (Verstehbarkeit).

Psychologen sprechen hier von der sogenannten Resilienz – der Fähigkeit, belastende Situationen, Krisen und Rückschläge zu meistern. Gemeint ist etwa, den eigenen Kummer zu bewältigen, statt darin zu ertrinken, oder selbst negativen Erfahrungen Sinn zu geben und sie dadurch positiv umzudeuten. Aber auch, Herausforderungen mit Mut, Disziplin und Glauben an die eigenen Fähigkeiten zu begegnen, ohne letztere dabei zu überschätzen. Kurz: Resilenz bedeutet, innere Stärke zu entwickeln und Selbsheilungskräfte zu mobilisieren.

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Entscheidend dafür, ob Menschen an Krisen scheitern, sie verkraften oder womöglich gestärkt aus ihnen hervorgehen, sind die folgenden sieben Resilienzfaktoren oder die "sieben Schlüssel":

1

Akzeptanz:

Vorbei ist vorbei. Das Rad kann und muss nicht zurückgedreht werden.

2

Optimismus:

Vertrauen darauf, dass es besser wird.

3

Selbstwirksamkeit:

Die eigenen Bedürfnisse erkennen. Den eigenen Weg finden.

4

Eigenverantwortung:

Die Opferrolle verlassen. Für sich selbst sorgen und persönliche Leistungsgrenzen achten.

5

Vernetzung/Netzwerkorientierung:

Unterstützung in der Familie und/oder bei Freunden suchen und diese auch annehmen. Nicht zu lange abwarten.

6

Lösungsorientierung:

Eigene Ressourcen und Fähigkeiten erkennen. Sich auf das Gelingen fokussieren.

7

Zukunftsorientierung:

Das Leben planen. Sich Ziele setzen und verwirklichen.

Für jeden dieser Schlüssel gibt es zahlreiche relativ einfache Übungen, die man nutzen kann, um sich selbst zu steuern und für die eigene innere Kraft zu sorgen. Entsprechende Anleitungen finden Sie in Büchern und im Internet.

Die Widerstandsfähigkeit gegen Stress lässt sich ein Leben lang weiterentwickeln und stärken, denn der Mensch ist lernfähig, kann sich neu ausrichten und sich mit innerlicher Stärke für sein Leben wappnen.

Quellen:
Berg F (2014) Übungsbuch Resilienz: 50 praktische Übungen, die der Seele helfen, vom Trauma zu heilen. Junfermann Verlag.
Heller J (2013). Resilienz: 7 Schlüssel für mehr innere Stärke. Gräfe und Unzer Verlag GmbH.