Tipps zur Stressvermeidung

Stress vermeiden – soweit es geht

„Mach dir keinen Stress“, das ist immer leichter gesagt als getan. Und doch wäre es das Beste, um stressbedingte Erkrankungen zu verhindern. Die Liste der Dinge, die wir erledigen müssen, kann häufig nicht einfach verändert werden. Was wir allerdings verändern können, sind die eigene Einstellung und der überhöhte Anspruch an uns selbst.
Hier einige Tipps, wie Sie Stress in Ihrem Alltag vermeiden können:

Stressoren abbauen

Dazu müssen wir uns erst einmal bewusst machen, was uns konkret stresst, und diese Situationen nach Möglichkeit ändern bzw. unsere Einstellung dazu überdenken.
Bewährt hat sich das Führen eines Stresstagebuches, indem wir eine Zeitlang aufschreiben, welche täglichen Ereignisse unseren Alltag belasten, was sie bei uns auslösen und wie wir sie in Zukunft vermeiden können. Dadurch versetzen wir uns aktiv in die Lage, die Stressoren entweder zu eliminieren oder sie entspannter anzugehen.
Es gibt im Internet zahlreiche Vordrucke für Stresstagebücher inkl. Auswertungsvorschlägen zum Download. Leicht kann man sich jedoch auch selbst ein Notizbuch dafür anlegen.

Das könnte beispielsweise so aussehen:

Datum/Uhrzeit Stressauslöser Stressreaktion Stärke (1–3) Vermeidung i.d. Zukunft
7.30 Schwiegermutter ruft schon wieder an, obwohl sie weiß dass ich morgens keine Zeit habe schlechte Laune 1 klärendes Gespräch mit ihr
10.00 Chef schnauzt mich grundlos an Magen krampft sich zusammen, Ärger  3 wahrscheinlich hatte er selbst schlechte Laune, diesen Schuh ziehe ich mir nicht an
...

Ziele auflisten

Was will ich erreichen? Was ist mir wirklich wichtig? Worauf kann ich nicht verzichten? Um die eigenen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, sollte man sie hin und wieder aufschreiben. Einmal im Vierteljahr ziehen Sie dann am besten Bilanz: Sieht mein Leben so aus, wie ich mir es vorgenommen habe? Habe ich die Ziele noch im Blick?

Nicht alles gleichzeitig

Wir sind wesentlich langsamer und machen mehr Fehler, wenn wir ständig zwischen Tätigkeiten hin und her switchen. Besser ist es, eine Sache konzentriert zu erledigen und sich nicht ablenken zu lassen. Schalten Sie Störreize aus, es muss nicht ständig das Radio laufen. Deaktivieren Sie Pop-Up-Nachrichten an Ihrem Computer, schalten Sie das Handy aus.

Nicht „Always on“

Smartphones und mobile Internetnutzung sind zum festen Bestandteil des Alltags vieler Menschen geworden. Doch ständig erreichbar, ständig verfügbar sein? Das führt zu „digitalem Stress“. Man sollte kritisch hinterfragen, was man eigentlich versäumt, wenn man nicht ständig online ist. Also einfach mal „abschalten“.

Arbeitstage abschließen

Die Verschmelzung von Arbeits- und Privatleben macht vielen zu schaffen. Von manchen Arbeitgebern wird dies dennoch verlangt, und auch die meisten Selbstständigen können ein Lied davon singen. Versuchen Sie dennoch, nach der Arbeit abzuschalten und den Job nicht mit nach Hause zu nehmen.

Arbeitstage abschließen

Man neigt dazu, seinen Tag viel zu voll zu packen und ist dann am Abend enttäuscht, dass man nicht alles geschafft hat. Erstellen Sie sich realistische Tagespläne, die auch zu schaffen sind. Kategorisieren Sie Ihre Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit und berücksichtigen Sie für die Zeitplanung Ihre Leistungskurve. Wer mittags sein Leistungstief hat, legt in diese Zeit eben Arbeiten, die nicht die volle Konzentrationsfähigkeit benötigen. Es empfiehlt sich, eine – innere Distanz zu den alltäglichen Aufgaben aufzubauen, die Realität zu akzeptieren und nicht seine eigenen Vorstellungen und Erwartungen zum Maßstab zu machen.

Aufgaben delegieren und auch mal NEIN sagen

Man muss nicht alles selbst machen. Delegieren Sie Aufgaben an Arbeitskollegen und fordern Sie Familienmitglieder zur Hilfe im Haushalt auf. Besprechen Sie mit Ihrem Chef Ihr Arbeitspensum und setzen mit ihm gemeinsam Prioritäten. Und der lieben Verwandten, die Ihnen mal wieder die Organisation des Familientreffens aufdrücken will, „weil Du das am besten kannst“, dürfen Sie gerne „Nein, diesmal nicht!“ antworten.

Pausen auch wirklich zur Entspannung nutzen

Auch wenn gerade viel Arbeit anliegt, Pausen müssen sein. Aber nutzen Sie die Pausen auch wirklich zur Entspannung. Ein kurzer Spaziergang um den Block in der Mittagspause ist erholsamer als der Bürotratsch in der Raucherecke.

Aktive Freizeit – aber nicht komplett verplant

Zu den beliebtesten Entspannungsmethoden der Deutschen gehört die Ausübung eines Hobbys und das ehrenamtliche Engagement. Entspannung und Wertschätzung beim Einsatz für andere kann sehr erfüllend sein. Aber Vorsicht: Auch hier droht schon wieder die Stressfalle. Lassen Sie sich von Hobby oder Verein nicht derart vereinnahmen, dass keine Zeit mehr für Sie selbst bleibt. Denn das muss auch mal drin sein – einfach mal gemütlich faulenzen.

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