Ursachen

Ein Stressfaktor kommt selten allein – es kommt auf das persönliche Stressempfinden an

Jeder Mensch erlebt den täglichen Stress auf seine eigene Art und Weise. Was für den einen ein stressiger Arbeitstag ist, kann für den anderen ein erfüllender Job sein. Die Autofahrt ein Horror oder purer Spaß. Kinder und Haushalt eine Quelle der Freude oder nervenzehrende Verantwortung.


Denn wie wir Stress empfinden – ob wir ihn als Belastung oder als Herausforderung sehen – und ob er sich negativ auf unsere Gesundheit auswirkt, hängt stark mit der inneren Haltung zusammen.
Diese wiederum hängt von unserer Veranlagung und Persönlichkeit ab, aber auch davon, welche Erfahrungen wir gemacht haben und ob wir eine gute Strategie beherrschen, den Stress zu bewältigen. Natürlich kommt es auch darauf an, ob wir häufig unter Stress stehen oder gar Dauerstress ausgesetzt sind.

Stress wirkt weniger belastend, wenn wir wissen, dass eine entsprechende Situation bevorsteht und wir uns darauf einstellen können. Und Stress macht uns weniger aus, wenn wir Einfluss auf die Situation haben und uns weniger ausgeliefert fühlen. Dabei lässt sich nicht immer vorhersehen, ob wir eine bestimmte Situation als belastend erleben werden. Was uns gestern noch vollkommen ruhig gelassen hat, kann uns heute aus dem Gleichgewicht bringen.

Tipps zur Stressvermeidung
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So verschieden die Menschen sind, so unterschiedlich fällt auch die Reaktion auf Stress aus. Während einige dem Stress nüchtern begegnen, leiden andere unter nervöser Unruhe und nicht wenige steigern sich in die Stressreaktion mit ernsthaften körperlichen Symptomen hinein.
Aber Stress macht auch stark. Denn haben wir eine schwierige Situation erfolgreich bewältigt, gewinnen wir an Selbstvertrauen und wissen bei der nächsten ähnlich schwierigen Anforderung, dass wir es schaffen können, und lassen uns nicht mehr so leicht stressen.

Stress häufig hausgemacht?

Die Techniker Krankenkasse hat eine Studie unter dem Titel „Entspann dich, Deutschland“ veröffentlicht, die Erstaunliches belegt. An erster Stelle der Stressliste steht die Arbeit (46% der Befragten), was soweit zu erwarten ist. Aber gleich danach folgt der Stress, den wir uns selbst machen. Die hohen Ansprüche an uns selbst (43%), die mit Terminen und Verpflichtungen vollgepackte Freizeit (33%) und die ständige Erreichbarkeit (28%) stehen ganz oben auf der Stressliste.
Frauen fühlen sich durch andere Dinge gestresst als Männer. Konflikte mit nahestehenden Menschen stressen 30% der befragten Frauen, aber nur 17% der Männer. Für 28% der Frauen ist der Haushalt und die Kindererziehung (24%) stressauslösend, aber nur für 18 bzw. 14% der Männer. Dafür leiden Männer stärker darunter, immer erreichbar sein zu müssen (34% gegenüber 25% der Frauen) .

Stressursachen treten selten allein auf, die meisten Menschen erleben in ihrem Alltag Mehrfachbelastungen. Wir erleben körperliche Stressoren (Lärm, Hitze, Kälte, Hunger, Durst, Reizüberflutung, Schadstoffbelastung etc.) gleichzeitig mit psychischem Stress (Versagensängste, Überforderung, aber auch Unterforderung, Zeitdruck, Kontrollverlust etc.) und auch sozialem Stress (Konflikte, Isolation, Verlust vertrauter Menschen, Mobbing etc.).
Oft ist es jedoch so, dass wir unsere Stressauslöser gar nicht (er)kennen. Diesen aber auf die Spur zu kommen, ist enorm wichtig, will man die Ursachen bekämpfen.

Quelle: Entspann dich Deutschland. TK-Stressstudie 2016.
https://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/921466/Datei/3654/TK-Stressstudie_2016_PDF_barrierefrei.pdf